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Veröffentlicht am 20.08.2015 von nemesis

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Rat Pack – Frank Sinatra

Frank Sinatra – History & The Rat Pack

Las Vegas, Rat Pack, Frank Sinatra – allesamt Begriffe die schwer voneinander zu trennen sind. Das Rat Pack stellte eine Gruppe aus Entertainer und Musikern dar, die sich gemeinsam für zahlreiche Konzerten, vor allem in Las Vegas zusammen getan hatten und illustre Namen parat hielt:

Sammy Davis Jr., Dean Martin, Shirley MacLaine, Peter Lawford, Joey Bishop und Frank Sinatra – so die Besetzung des Rat Pack und es machte wahrlich von sich reden. Ursprünglich war dies aber zumindest so nicht geplant und der Begriff Rat Pack soll gefallen sein, als die Akteurin Lauren Bacall jene Begegnung der dritten Art hatte, als Humphrey Bogart und seine Kumpels absolut übernächtig und tagelang durchgezecht zurück in ihr Hotel kamen.

Frank Sinatra war natürlich mit der Partie. Als Holmby Hills Rat Pack waren also folgende Personen zu verstehen: Lauren Bacall, Frank Sinatra, Irving Lazar, Nathaniel Benchley, David Niven, Mike Romanoff, Judy Garland, Sid Luft – allesamt mit einer festen Funktion, schon fast einem Verein ähnelnd.

Aus den Solo-Darbietungen der Künstler wurden immer vermehrt gemeinsame Auftritte mit Zweigesprächen, witzigen Dialogen, musikalischer Untermalung und es gipfelte gar in gemeinsamen Filmen wie etwa dem Original von „Ocean´s Eleven“( zu Deutsch: Frankei und seine Spießgesellen). Unter dem Begriff The Summit fanden diese Shows in Las Vegas statt.

Shows in Las Vegas

Wenden wir uns aber nun einer der schillernsten Persönlichkeiten des letzten Jahrhunderts. Nicht nur als Schauspieler und Musiker zählt Frank, Francis Albert, Sinatra zu den bedeutendsten seiner Zunft. Auch sein soziales und politisches Engagement machten nicht selten von sich reden, ebenso wenig wie ihm immer der Hauch des Verrichten anhaftete. Geboren 1912 in New Jersey bedachte man den künstlerischen Allrounder später mit den Beinamen The Voice oder auch Ol´ Blue Eyes. Es begann alles mit der Ära des Swing, wo er unter anderem als Sänger unter Harry James und Tommy Dorsey tätig war. Zu seinen größten Hits zählen mit Sicherheit „Srangers In The Night“, „New York, New York“ oder auch „My Way“. Über 150 Millionen Mal gingen Sinatra´s Alben über den Plattentisch.

Nicht nur seine musikalische Laufbahn bescherte ihm Ruhm ohne Ende, auch als Schauspieler machte er von sich reden, ob nun in Spielfilmen wie „Verdammt in alle Ewigkeit“ (hier erhielt er u.a. einen Oscar) oder auch Musicals. Sein Einfluss auf die Popularmusik dieses Jahrhunderts gilt als einer der größten. Seine italienisch-sizilianische Abstammung dürfte zu seinem Ruf auch einiges beigetragen haben. Seine musikalische Karriere nahm wie gesagt ihren Start, in dem er bei Big Bands als Sänger verpflichtet wurde, gemeinsam mit Harry James nahm der junge Sinatra auch seine ersten Gehversuche und Alben auf. National war er längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, und er wandte sich vermehrt einer Solo-Karriere zu. 1943 erhielt er einen Vertrag bei Columbia Records und er avancierte zum nationalen Star und zum Nachkriegsidol für die Massen.

Frank Sinatra und sein Ruf

In den 50er Jahren sollte es nicht mehr so rosig aussehen für Frank Sinatra, sein Ruf wurde arg gebeutelt, er war nicht mehr der Nice Guy, der Mr. Clean, einige Affären, seine Scheidung, all das trug nicht unbedingt zum blitzblanken Image bei. 1952 heiratete er Ava Garnder in zweiter Ehe, doch auch diese Ehe sollte nicht lange halten. Die Trennung folgte bereits ein Jahr später, die Scheidung 1957. Seit Beginn dieses Jahrzehnts verstärkten sich auch Sinatra´s Stimmbandprobleme, seine erste Fernsehshow ging den Bach runter, er verlor seinen Vertrag bei Columbia – es ging steil bergab. Zumindest im Musikbusiness, dafür zeigte sich seine Chance in der Filmbranche, in der er mehr und mehr präsent war und auch einen Oscar für sich als bester Nebendarsteller verbuchen konnte. Glaubt man bösen Zungen, half die Mafia etwas nach, dass Sinatra die Rolle des Angelo Maggio bekam und so auch im ernsten Filmgenre seinen Durchbruch erlangte. 1953 bekam Sinatra einen neuen Plattenvertrag beim Label Capitol Records.

Immer öfter gesellte sich Sinatra gen Las Vegas auf die Bühne und auch seine TV-Sendung „The Frank Sinatra-Show“ fand Gefallen. Er hatte die Kurve gekriegt, die Karriere gerettet. Lange Jahre galt er als die Nummer Eins unter den Entertainern, gründete ein eigens Label, Reprise Records, das er mit Gewinn später an die Warner Bros Group abtrat. Auch wenn Frank Sinatra seinen Bühnenabschied Anfang der 70er ankündigte, war er doch nie ganz weg und zeigte sich mal hier mal da präsent. Seine dritte Ehe, erst Jahre nach der Scheidung von Gardner mit Mia Farrow geschlossen, hielt auch nicht sonderlich lange, glücklich schien der Entertainer und Tausendsassa doch dann mit seiner vierten Frau, Barbara, geworden zu sein. Immer wieder schien auch der Alkohol eine große Rolle zu spielen, die Zeiten des Rat Pack sollen von regelrechten Saufgelagen geprägt gewesen sein bzw auch spätere Zusammenkünfte der Künstler. Zum letzten Mal trat der Künstler im Alter von sage und schreibe 84 Jahren auf einer Benefiz-Veranstaltung. Dass der US-Kongress beschlossen hatte, ihm die Goldene Ehrenmedaille zu verleihen, bekam der Künstler lediglich zu Hause im Krankenbett mit, nachdem ihn eine Lungenentzündung und ein Herzinfarkt heimgesucht hatten. 1998 folgte die zweite Herzattacke, der er auch am selben Tag erlag.

Politische Verbindungen

Tja, und nun zum ganz interessanten Teil dieses Überblicks: Der Kontakt zu dem Mobstern. Mobster, umgangssprachlich für das organisierte Verbrechen der 40er. Vieles wurde ihm nachgesagt, Verbindungen zur Cosa Nostra sowie zur Kosher Nostra (jüdische Vertreter der Mafia-Clans, u.a. Benjamin „Bugsy“ Siegel, seines Zeichens Initiator von Las Vegas), Verwicklungen in deren Machenschaften wurden Sinatra oft nachgesagt, doch konnten sie nie bewiesen werden. Es steht zudem im Raum, die Mafia habe sich durch den Kontakt zwischen Sinatra und John F. Kennedy den ein oder anderen strafrechtlichen Vorteil erhofft. Insofern unterstützten die Chicagoer Mafia und Cheffe Sam Giancana die Vorwahlen in Virginia, die schlussendlich auch über die Wahl zum Präsidentenentschieden. Auch finanziell waren Las Vegas bzw Nevada für den Star interessant und er hatte dort einen Teil seines Vermögens angelegt – und er war damit auch nicht der einzige, u.a. auch Dean Martin, die einen Anteil an diesem oder jenen Kasino hielten, es schien dort durchaus üblich, die Künstler mit zu beteiligen. Stichhaltige Beweise konnten die Behörden jedoch nie zusammentragen und so erlangte Sinatra auch die ihm zuvor entzogene Spielbank-Lizenz in den 80er Jahren wieder.

Auch sein politisches und soziales Wirken ist wahrlich nicht verachten, er engagierte sich immens gegen Rassentrennung, Bürgerrechtsbewegungen (u.a. Martin Luther King´s), nahm sicher verschiedener Hilfsprojekte für Kinder an und rief selbst ein Waisenhaus für arabische und jüdische Waisen in Nazareth ins Leben. Dieses Heim hat heute noch Bestand. Obwohl selbst Mitglied der Demokraten unterstützte er seit den 70er in etwa die Republikaner und erhielt im Laufe seines Lebens nicht wenige Auszeichnungen, darunter auch die Freiheitsmedaille des Präsidenten.

„Er könnte den Menschen das Telefonbuch vorsingen, und es würde ihnen immer noch gefallen.“ – Eines der wohl am häufigst genutzen Zitate zu Frank Sinatra, die seinen unglaublichen Einfluss und auch sein überragendes Können und seine stimmlichen Fähigkeiten beschreiben.

Die wichtigsten Veröffentlichung im Überblick

The Voice of Frank Sinatra

Songs by Sinatra

Songs for Young Lovers

In the Wee Small Hours

Songs for Swingin’ Lovers

Come Fly with Me

Sinatra’s Swingin’ Session

I Remember Tommy

Sinatra and Strings

Sinatra-Basie: It Might as Well Be Swing: A Meeting of Giants

September of My Years

My Kind of Broadway

Moonlight Sinatra

Strangers in the Night That’s Life

Francis Albert Sinatra & Antônio Carlos Jobim

Francis A. & Edward K.

My Way

Ol’ Blue Eyes Is Back

The Main Event – Live

L.A. Is My Lady

Duets

Duets II

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