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Veröffentlicht am 12.12.2016 von Johannes R. Buch

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Marcus Miller

Kein Zweiter prägte den Slap-Stil auf dem E-Bass wie der US-amerikanische Musiker Marcus Miller, der nebenher auch Keyboard, Gitarre, Saxophon und Bassklarinette spielt.

Stil / Spielweise

Slappen bedeutet das Anschlagen der Basssaite mit dem Daumen, wodurch percussive Klänge erzeugt werden können. Kombiniert wird dieser Stil meist mit dem sogenannten Popping. Den Stil entwickelte Marcus Miller, da er der Überzeugung war, dass sich der Bass bei Rundfunk-Übertragungen so besser durchsetzen würde. In Fachkreisen wird das präzise und virtuose Spiel Marcus Millers hoch angesehen. Zudem gilt sein Stil als besonders melodisch und groovig.

Leben

Miller, geboren in Brooklyn am 14. Juni 1959 stammt aus einer musikalischen Familie. Sein Vater war Pianist und konnte auch die Kirchenorgel spielen, sein Onkel Wynton Kelly ist ein bekannter Jazzpianist. Seit seiner Maserninfektion im fünften Lebensjahr ist Marcus Miller auf seinem rechten Ohr taub. Musikalische Anfänge sind mit acht Jahren das Spielen der Blockflöte und mit zehn Jahren die Klarinette. In seiner High School-Zeit beginnt Marcus Miller sich in Funkbands als Basser zu engagieren.

Ein Studium der Musikerziehung folgt auf dem Queens College. Mit gerade mal sechzehn Jahren ging er als Bassist mit Bobbi Humphrey und 1977 mit Lenny White auf Tournee. Ab dem Jahre 1978 war Marcus Miller Mitglied von der Band der Saturday Night Live-Show. Als Solokünstler und Schöpfer zahlreicher Filmmusiken erlangt Marcus Miller schnell Anerkennung. Zudem ist er besonders gefragt als Session- und Studiomusiker. Im Laufe seiner Karriere hat Marcus Miller an über 500 Studioalben mitgewirkt, u.a. für Robert Flack, Aretha Franklin, David Sanborn, Jean Michel Jarre und weiteren Interpreten. Sein Durchbruch gelingt ihm 1980, als er integraler Bestandteil der Band von Miles Davis wird.

Nach dieser Zeit konzentrierte sich Marcus Miller wieder auf eigene Bandprojekten und Kooperationen mit David Sanborn. Für die Alben „Tutu“ (1986) und „Amandla“ (1988/89) produzierte Marcus Miller die Musik für Miles Davis, insbesondere auf dem letztgenannten Album. Auf dem Soundtrack-Album „Siesta“ wird Marcus Miller sogar gleichberechtigt neben Miles Davis auf dem Cover genannt. Fast alle der auf „Siesta“ befindlichen Instrumente inklusive der Drumgrooves wurden von Marcus Miller eingespielt, bzw. programmiert.

Sound

Seine Sounds gelten als geschmackssicher und wenig kühl, wobei seine Fähigkeiten als Bassklarinettist besonders beeindruckende Stimmungen erzielen, so die Stimmen aus der Jazz-Szene. Nach dem Tod von Miles Davis konzentrierte sich Marcus Miller auf die Arbeit als Bandleader. Für „M2“ gewann er 2002 einen Grammy in der Kategorie „Best Contemporary Jazz Album“ – Bestes Jazz-Album der Gegenwart. Miller ist verheiratet und ist Vater von vier Kindern. Der Gitarrenhersteller Fender widmete ihm sogar eine eigene Bass-Serie – dem Marcus Miller Jazz Bass.

photocredit: By Bengt Nyman (originally posted to Flickr as IMG_8119-1) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

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