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Veröffentlicht am 14.01.2016 von nemesis

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Karmakanic

Der Start der Jazz-Rockers

Fans wirklich besonderer und stilvoller Prog-/Art-Rock-& Jazz-Mucke hatten am ersten Release von Karmakanic, dem neuestem Projekt von Flower Kings-Basser Jonas Reingold, Entering The Spectra ihre helle Freude. Trotz Verschnaufpause zwischen Weihnachten und Silvester hatte der Songwriter und Musiker Zeit für einen interessanten Talk über das Debut, dem einige weitere Glanztathn folgensollten und noch weiterhin hoffentlich folgen werden.

Eigentlich war Jonas eh schon wieder beschäftigt und mixt in seinem hauseigenen Studio an einer Platte rum. Mit den Ergebnissen zu Entering The Spectra war der intelligente Kopf mehr als zufrieden, hatte er doch noch keine einzige schlechte Zeile zu diesem Album gelesen, was sich bei einer anspruchsvollen Platte durchaus anbieten würde. Nicht, weil die Mucke schlecht ist, sondern sich die wenigsten die Zeit nehmen, solch aufgemachte Mucke wirklich zu verstehen.

Es dreht sich alles um den ‚Groove’ anstatt um die Idee eines Tracks.

„Ich habe mich im Falle von Karmakanic mehr auf das Songwriting denn auf mein Bass-Spiel konzentriert und habe wirklich hart an den Stücken gearbeitet. Mein persönlicher Background aus Klassik, Pop, Metal, Prog und einer Unmenge an anderen Stilen bringt ein breites Spektrum mit ein. Ich finde eh, dass sich in jeder Richtung etwas Gutes finden lässt. Man muss nur danach suchen. Wobei es allerdings eine Frage des Zeitalters ist, wieviel Qualität sich ausmachen läßt. Gutes Beispiel: Alter und neuer Pop. In diesem Bereich geht es heute mehr um Produktion als um Songs. Es dreht sich alles um den ‚Groove’ anstatt um die Idee eines Tracks.

Musikgeschmack ist ein Statement

Ich hoffe, dass die Leute künftig wieder bessere Musik, besser Songs hören. Musik nicht zu mögen, ist einfach, wenn man sie nicht kennt. Sicher muss man nicht alles mögen, denn Musik, und so auch der Geschmack, sind eine Art Statement. Dennoch hat alles auch gute Seiten zu bieten, die es sich zu entdecken lohnt und die man respektieren sollte.“ Die Frage, ob es sich bei Karmakanic nun um ein Projekt oder eine Band handelt, ist zwar an sich, solange die Musik stimmt nicht so wichtig, Jonas kommt jedoch von selbst durch die Blume auf dieses Thema:

Wenn man diesen eigenen ‚Garten Eden’ im Leben finden will, muß im Heute und nicht in der Zukunft leben

„Karamakanic ist ‚mein’ Ding. Doch natürlich wird es weitere Platten mit denselben Leuten geben, die auch auf der ersten mit von der Partie waren. Ich möchte auch mit diesem Line-up auf Tour gehen.“ Durch das Album selbst zieht sich nach Jonas´ Aussage thematisch ein roter Faden, bei dem sich mit allem im Leben beschäftigt wird, was viele Leute zu viel machen: Essen, trinken, am Computer sitzen…

„Reflektionen des täglichen Lebens. Ich halte es für enorm wichtig, mal innezuhalten und nachzudenken, wer oder was man wirklich ist, was man tut. Viele Dinge, die wir Menschen tun, sind sicher nicht schlecht, doch sollten sie nicht den Blick fürs Wesentliche nehmen. Einiges erscheint mit wie eine Scheinwelt, in der man mit vielem Kleinkram von anderen Dingen abgelenkt wird und sich selbst ablenkt. Dabei kann jeder sein eigenes Paradies finden.“

Eines dieser Paradiese sieht Jonas in einem geliebten Menschen. „Wenn man diesen eigenen ‚Garten Eden’ im Leben finden will, muss im Heute und nicht in der Zukunft leben. Während wir dieses Interview machen, muuss ich mir keine Sorgen um Geld machen, denn ich brauche grad keines. Oder um Klamotten. Ich brauche nur das Telefon und meinen Kopf.“ Sicher eine richtige Einstellung, vor allem für die, die´s mit dem Denkerdasein übertreiben und sich so ihr Leben selbst versemmeln. Aber gibt´s auch viele Zeitgenossen, die dieses Statement von Jonas wieder eher als Aufruf zum Egoismus und zum Leck-mich-Arsch-Gefühl rundherum sehen mögen.

Die Ängste, Träume und Weltverbesserer

„Man sollte die Welt nicht verändern, sondern ein Teil von ihr sein. Es gibt arme Menschen und reiche – vielleicht ist das aber die Balance, die nötig ist. Und wenn man sich selbst als Teil des Ganzes sieht und nicht als Außenstehender, der betrachtet, ist es auch kein Thema, jemand anderem etwas Gutes zu tun, zu teilen oder zu helfen. In diesem Fall macht man es ja wieder für sich selbst. Würde man wirklich Nichts als wichtig ansehen, gäbe es eine Menge Probleme nicht.“ Naja, also getreu dem Motto ‚nichts ist wirklich wichtig, alles wurscht’?

„Wenn man sich keine Gedanken um Macht und Geld machen würde, gäbe es keine Kriege. Was wie eine gleichgültige Haltung wirken mag, wäre im Endeffekt eine Möglichkeit (gewesen), Probleme, die es gibt, gar nicht erst entstehen zu lassen. Ich verstehe, dass die Menschen Angst haben vor einem Krieg. Sie sehen vieles als Gefahr und daher fürchten sie sich und wollen nicht, dass es geschieht.“ Na gut, in den Händen eines Einzelnen, Nicht-Politikers liegt diese Sache nicht, aber wer bitte hat eine so dicke Haut?

Wenn Nichts zählt, zählt Alles

„Wenn nichts zählt, braucht es kein Geld, keine Politiker – und es braucht keine Überlegung, ob man teilt oder nicht. Ich denke aber nicht, dass sich diese Einstellung von heute auf morgen breit machen wird. Doch vielleicht in den nächsten ein-, zweihundert Jahren.“

Die von Jonas gelebte Einstellung mal zu überdenken, ist sicher eine gute Chance, Mist für die Zukunft zu vermeiden. Doch muss mit den Ergebnissen, die jetzt aktuell sind, leben. Und nachdem wir oftmals weder Kriege noch Hunger und Leid verhindern können, gilt es, die richtige innere Stärke zu finden, im Fall des Falles zu lindern. Auch wenn es uns nicht direkt betreffen sollte. Aber ob es jemand anderen trifft oder einen selbst, ist dann doch auch wieder einerlei.

Die bisherigen Alben von Karmakanic

Entering The Spectra
Wheel Of Live
Who’s The Boss In The Factory
In A Perfect World (2011)

photocredit: https://www.facebook.com/55405124891/photos/a.431358314891.233791.55405124891/55405224891/?type=3&theater

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